Waldschutz:
Der Borkenkäfer fliegt!

Sturmtief „Eberhardt“ der vom 10. auf den 11. März 2019 über Bayern hinweggefegt ist, hat bei uns im Landkreis zwar keine großen flächigen Schäden im Wald verursacht. Dennoch sind seine Spuren allerorten sichtbar. Wer offenen Auges durch die Natur geht, sieht überall im Wald verstreut einzelne geworfene oder gebrochene Bäume liegen. Betroffen sind überwiegend Fichten, aber ebenso Kiefern und Buchen.

An Ostern fliegt der Käfer - oder bereits früher

Blick auf befallene WaldstückeZoombild vorhanden

Blick auf befallene Waldstücke


Die Schäden beschränken sich überwiegend auf Einzelwürfe und -brüche, auf nassen Standorten ist es auch zu Nesterwürfen gekommen. Der wirtschaftliche Schaden hält sich in Grenzen. Dennoch kommt dieser sturmbedingte Holzanfall zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Das Frühjahr hat begonnen und in wenigen Wochen ist damit zu rechnen, dass die Fichtenborkenkäfer, allen voran der Buchdrucker ihren Schwärmflug beginnen.
Vom Borkenkäfer befallene BäumeZoombild vorhanden

Hier ist der Borkenkäfer gut zu erkennen.


Für die Borkenkäfer bieten diese vereinzelt im Wald liegenden Fichtenstämme den idealen Brutraum, um die erste Käfergeneration für das Jahr 2019 anzulegen.Die Ende vergangenen Jahres angelegte dritte oder auch vierte Generation an Käferbruten ist großenteils im letzten Herbst nicht mehr ausgeflogen.

Sie sitzen derzeit fertig entwickelt unter der Borke im Bast der Bäume oder in der Bodenstreu und warten auf das Frühjahr mit Tagesdurchschnittstemperaturen von ca. 13°C, um dann auszufliegen.Das passt auch zu den aktuellen Beobachtungen, dass jetzt vermehrt befallene Fichten mit grüner Krone und abfallender Rinde sichtbar werden.Aus den Erfahrungen der letzten Jahre fliegt an Ostern der Käfer.

Der bisherige Verlauf des Winters hat den Borkenkäferbruten sehr wenig geschadet, so dass die überwinternden Alt- und Jungkäfer im Frühjahr mit hoher Vitalität ausfliegen werden.

Es ist daher unbedingt erforderlich die durch den Sturm geworfenen Fichten möglichst rasch aus dem Wald zu bringen.
Die Rinde fällt abZoombild vorhanden

Die Rinde fällt ab


Waldbesitzer sollten deshalb dringend ihre Wälder auf Sturmwurf kontrollieren, angefallenes Wurf- und Bruchholz aufarbeiten und aus dem Wald bringen, bevor die Käfer mit dem Schwärmflug beginnen.

Wegen der geringen Mengen und des verstreuten Anfalls lohnt eine Verwertung als Sägerundholz in den wenigsten Fällen. Deshalb empfiehlt sich eher die thermische Verwertung im heimischen Ofen. In diesem Zug empfehlen wir auch, alte Befallsstellen und Käfernester zu kontrollieren, um über den Winter erkennbare befallsverdächtige Käferbäume mit zu entnehmen.

Um einem Aufschaukeln der Population vorzubeugen und eine Ausweitung des Befalls zu vermeiden, ist es deshalb zwingend notwendig aktuellen und potentiellen Brutraum jetzt zu entnehmen, und nicht erst wenn sich neuer Befall zeigt.

Ansprechpartner

Für Fragen stehen Ihnen ihre staatlichen Beratungsförster des AELF Weißenburg gerne zur Verfügung. 

Zuständige Revierförster

Weitere Informationen
Umfangreiche und aktuelle Informationen zu Borkenkäfern entnehmen Sie bitte dem Borkenkäfer-Infoportal der LWF