Bildung
Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft, Weißenburg

Gruppenbild der Studierenden des Studiengangs 2017 bis 2019.Zoombild vorhanden

Studierende 2017/2019

Der einsemestrige Studiengang Hauswirtschaft an der Landwirtschaftsschule in Weißenburg lehrt, einen Haushalt – insbesondere in der Landwirtschaft – fachkundig zu führen.
Er richtet sich an Frauen ohne hauswirtschaftliche Berufsbildung. Im Mittelpunkt stehen praktische Fertigkeiten und Fachwissen in der Hauswirtschaft, im Familien- und im Haushaltsmanagement. Der Studiengang stärkt Persönlichkeit und Auftreten, er fördert unternehmerisches Denken und Handeln. Zudem vermittelt er die pädagogische Eignung, um Personen auszubilden und anzuleiten. Die Studierenden erhalten dadurch die Ausbildereignung. Der Unterricht findet in Teilzeitform statt.
Zugangsvoraussetzungen
  • Abschlusszeugnis einer Berufsschule oder eines gleichwertigen Bildungsgangs
  • Abgeschlossene Berufsbildung außerhalb der Hauswirtschaft mit anschließender Berufserfahrung
  • Ausnahmen regelt die Schulleitung
Unterrichtszeiten
  • Der Unterricht findet zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Haushalt und Berufstätigkeit in Teilzeitform statt.
  • Die Unterrichtsstunden und Schultage werden in Absprache mit den Interessenten festgelegt.
  • Die 660 Unterrichtsstunden verteilen sich auf einen Zeitraum von 20 Monaten.
  • Der Unterricht findet in der Regel verteilt auf zwei Tage mit 8 Unterrichtsstunden pro Woche statt.
  • Die Ferien, gemäß der Ferienordnung für das Land Bayern, werden weitgehend eingehalten.
Unterrichtsfächer
  • Familie und Soziales
  • Berufs- und Arbeitspädagogik
  • Haushalts- und Finanzmanagement
  • Ernährungslehre
  • Unternehmensführung
  • Küchenpraxis
  • Haus- und Textilpraxis
  • Hausgartenbau
  • Zusätzliche Angebote, wie Persönlichkeitsseminar, haushaltstechnisches Seminar, Ökoseminar
Abschluss
Nach bestandenem Schulbesuch erwerben Sie die Berufsbezeichnung "Fachkraft für Ernährung und Haushaltsführung" und erhalten ein Zeugnis mit Urkunde sowie eine Bescheinigung über die berufs- und arbeitspädagogische Eignung zum Ausbilden nach Paragraph 2 und Paragraph 3 der Ausbildereignungsverordnung.
Werden die Zulassungsvoraussetzungen nach Paragraph 45 Absatz 2 Berufsbildungsgesetz erfüllt, kann die Abschlussprüfung in der Hauswirtschaft abgelegt werden.
Kosten
Der Schulbesuch ist kostenfrei. Die Kosten für Unterrichtsmaterialien, Lehrfahrten, Verpflegung etc. sind von den Studierenden zu tragen.

Schulleben

Ökologischer Landbau

Was steckt hinter Bio-Eiern, Bio-Tomaten oder Bio-Brot?

Die Bio-Branche boomt. Viele Verbraucher verbinden damit Nachhaltigkeit, Umweltverträglichkeit oder den Verzicht auf den Einsatz von gentechnisch veränderten Organismen.
Die Studierenden wollten es genau wissen und widmeten im Juni 2018 einen Schultag dem ökologischen Landbau. Dessen Grundsätze und gesetzliche Grundlagen stellte ihnen Georg Stöckl, Leiter des Fachzentrums ökologischer Landbau vom AELF Neumarkt, vor. Die konkrete Umsetzung in die Praxis erlebten sie im Anschluss auf dem Bioland-Betrieb der Familie Muskat in Massenbach, die dank Bio aus dem Nebenerwerbs- wieder ein Vollerwerbsbetrieb machte, sowie auf dem Müßighof der Regens-Wagner-Stiftung in Absberg.

Kräuterschätze aus dem Schulgarten

Kräuterschätze aus dem Schulgarten entdeckt und verarbeitet

Kräuterpädagogin Brigitte Boscher zeigte im Kreislehrgarten Erkennungsmerkmale und Wirkung von Küchen- und Wildkräutern auf. "Mir ist es ein Anliegen, den Wissensschatz unserer Vorfahren an die nächste Generation weiterzugeben", sagte die Kräuterexpertin, die schon so manche Wunde oder Schmerz mit den Heilkräften der Natur lindern konnte.
"Unkraut oder Nutzkraut? Das hängt von der Sichtweise des Betrachters ab", stellten die Studierenden fest. Man kann in Brennessel fallen, sie verspeisen aber auch mit ihnen kuren. Die Studierenden entschieden sich für Zweiteres und produzierten eine leckere Brennesselquiche. Aber auch Kräutersalz, Kräuteressige, Kräuterdrinks, Buttervarianten beispielsweise mit Kornelkirsche oder Liebstöckl wurden erprobt. Fazit: So manche Studierende bestätigte, ihren eigenen Garten nun mit ganz anderen Augen zu sehen.

Sonderkultur Spargel

Vom Acker bis zum Teller – heimische Sonderkultur Spargel im Fokus

Die Studierenden informierten sich im Frühjahr 2018 über den professionellen Anbau des königlichen Gemüses beim Gartenbaubetrieb der Familie Walther in Großweingarten. Sie durften selbst Spargel stechen. Zurück auf dem Betrieb verfolgten sie die automatisierte Verarbeitung: Waschen, Sortieren in Handelsklassen für den Einzelhandel, Schälen für die heimische Gastronomie.
Variantenreiche Weiterverarbeitung
Der Familienbetrieb Walther – zugleich Ausbildungsbetrieb - vereint mehrere Betriebszweige: Spargel- und Obsthof, Destille, Direktvermarktung, Landgasthof und Pension, die von zwei Generationen geführt werden. Damit erlebten die Studierenden Inhalte verschiedener Fächern in der Praxis, darunter Unternehmensführung, Berufs- und Arbeitspädagogik, Pflanzliche Produktion sowie Ernährungslehre.
Etwa ein Fünftel der Ernte veredelt die eigene Gastronomie "Zum Schnapsbrenner", wo sich die Studierenden am Spargelbüffet ein eigenes Bild machen konnten. Zum Verdauungsschnaps gab es Fachkunde in der Brennerei. Dabei wurde der Frage nachgegangen: Wo ist der Unterschied zwischen Brand, Geist und Likör?
Küchenpraxis
In der folgenden Küchenpraxiseinheit bereiteten die 22 Studierenden selbst ein 5-Gänge-Spargel-Genießermenü. "Adel verpflichtet" zu stilvollem Umgang: Auch das Anbieten und Abservieren des königlichen Gemüses wurden nochmals trainiert.

Eventmanagement & Fleischqualität

Eventmanagement & Fleischqualität - Profi gibt Einblicke

Eine Exkursion zu "Finest Catering-Stadelmann" in Döckingen brachte die Unterrichtsinhalte aus Unternehmensführung und Ernährungslehre bzw. Küchenpraxis in Einklang. Herr Stadelmann führte die Gruppe durch seinen Betrieb und gab bereitwillig Auskunft über Zahlen, Fakten und Kalkulationen. Dieses Wissen ist wertvoll, gerade wenn man selbst den Weg in eine unternehmerische Tätigkeit plant.
Anschließend zerteilte er ein Rinder-Hinterviertel und eine Schweine-Hälfte. Fasziniert beobachteten die Studierenden, wie beispielsweise aus einem Schlegel Oberschale, Unterschale, Nuss und Hüfte ausgelöst wurden.

Stadelmanns Tipps:

  • "Rouladen bitte nur von der Oberschale."
  • "Für gekochtes Rindfleisch nehme ich am liebsten den Hals."
  • Zur fachgerechten Lagerung und Reifung von Rindfleisch sagte er: "2 bis 4°C Lagertemperatur - ohne Schwankungen - sind die absolut wichtigen Voraussetzungen, um selbst Rindfleisch nachzureifen."
Abschließender Höhepunkt: Stadelmann bereitete die edelsten Teile des Rindes und Schweines, wie Schweinefilet, Schweinelachs, Rinderfilet, Entrecote oder Rib-eye-Steak, für die Studierenden zu, damit sie die Fleischteile nicht nur optisch erkennen, sondern auch schmecken konnten.

Haushaltstechnik unter der Lupe

Lehrgang in Landsberg am Lech: Topmoderne Haushaltstechnik unter der Lupe

Bei einem dreitägigen Lehrgang am Agrarbildungszentrum Landsberg am Lech, Abteilung "Haushaltstechnik und Textil", vervollständigten die Studierenden im Frühjahr 2018 ihr Wissen in Haushaltstechnik. Ihre Erkenntnisse: "Nicht immer ist die neueste Technik sinnvoll", "regelmäßiges Wissensupdate macht Sinn", "fachkompetente Beratung ist geldwert", "Technik kann so interessant und so wertvoll im Haushalt sein", "das hat mich sensibilisiert für energieeffiziente Haushaltsführung". Eine Studierende fasste zusammen: "Es war ein sehr umfangreiches und interessantes Seminar, das viel hilfreiche Tipps, Trends und Hinweise für die Praxis bot."

Lernwerkstatt Hauswirtschaft

Lernwerkstatt Hauswirtschaft – Familientag des einsemestrigen Studiengangs Hauswirtschaft

"Hausarbeit sieht man nur, wenn sie nicht gemacht ist", stellte Sylvia Strempfl vom einsemestrigen Studiengang Hauswirtschaft aus eigener Erfahrung fest. Das soll sich durch den Familientag ändern, den die Hauswirtschaftsstudierenden im Frühling 2018 am AELF Weißenburg organisierten. Ziel dieses Hauswirtschaftstags mit Besuchern und Familienangehörigen war es auch, auf den Wert der Tätigkeiten in der Hauswirtschaft aufmerksam zu machen. Die Gäste konnten sich an vier Stationen hauswirtschaftliche Kniffe zeigen lassen.
Praktische Vorführungen und Einweisungen gab es beispielsweise zu folgenden hauswirtschaftlichen Tätigkeiten: Wie komme ich effizient zum faltenfreien Businesshemd? Was muss ich beim Pikieren meiner Tomatenpflänzchen beachten, damit sie sich optimal entwickeln? Welche Regeln gelten für einen professionell gedeckten Festtagstisch? Wie werden kreative Brotaufstriche schnell und einfach hergestellt? Im Anschluss erprobten und bewiesen die Gäste selbst ihre Fähigkeiten.
"Die Studierenden konnten dabei nicht nur ihr Fachwissen, sondern auch ihr pädagogisches Geschick, ihren Teamgeist und ihre Managementqualitäten unter Beweis stellen", meinte Schulleiterin Ursula Mücke. Anlässlich des Welthauswirtschaftstags hatten die Studierenden in die "Lernwerkstatt Hauswirtschaft" eingeladen. "Es ist eine Schule fürs Leben", stellten die Gäste anerkennend fest. "Wir konnten heute viel voneinander lernen", berichteten die Studierenden am Ende des Tages. Der Erfahrungsschatz der Teilnehmer der älteren Generation wurde durch das Wissen über aktuelle Trends der Jüngeren ergänzt. Auch wenn so mancher Freund oder Ehemann nicht ganz freiwillig kam, ging er doch mit höherer Wertschätzung sowie zufrieden und stolz über das Geleistete nach Hause.

Kontakt

Landwirtschaftsschule, Abteilung Hauswirtschaft
Schulleiterin: Ursula Mücke
Bergerstraße 2 - 4
91781 Weißenburg
Tel.: 09141 875-232
E-Mail: poststelle@aelf-wb.bayern.de